Dienstag, 14. Februar 2017

Darfs a weng mehr sei?

Ja, "Nose to Tail" ist die richtige Einstellung, finde ich auch.
Was aber nicht heisst, dass mir ein gutes Filet nicht ein inneres Blümchen pflücken bedeutet.
Rinderfilet......ich liebe es!! Und ab und an, wenn der Metzger mir aufm Wochenmarkt schon entgegenblinzelt, dann mit seinem halben Oberkörper in den Truhen verschwindet, weil er ein besonders gut abgehangenes Stück hat.....da schlag ich zu. 



Am Nachmittag kommt das Filet aus dem Kühlschrank, und wird in einen Gefrierbeutel gebettet, in dem vorher je ein amtlicher Spritzer Zitronensaft, Sushiessig, Olivenöl und Teriyakisosse zusammen mit ein paar angequetschten Knoblauchzehen und in dünne Scheiben geschnittener Ingwer eine leckere Marinade bilden dürfen. Salz und Zucker nicht vergessen.

Den Gefrierbeutel zumachen, und das Fleisch bei Zimmertemperatur gerne 3 Stunden liegen lassen.

Nach 3 Stunden das Fleisch herausnehmen und vorsichtig trockentupfen. Den Inhalt des Beutels unbedingt aufbewahren.

In einer eisernen Pfanne gutes Butterschmalz heiss werden lassen.

Das Fleisch rundum ordentlich anbraten, von allen Seiten, auch die " Schnittstellen".
Fleisch kurz herausnehmen udn auf einen warmen Teller legen, die Pfanne von der Platte nehmen, und den Herd auf mittlere Hitze runterschalten. Eine gute Nuss Butter schmelzen lassen, und das Fleisch erneut in die Pfanne geben, und rundum in der heissen Butter schwenken. Dann kommt das Fleisch wieder auf den warmen Teller, ein Löffel Tomatenmark kommt in die Pfanne, schön anrösten.... hernach wird die Pfanne mit der Marinade abgelöscht.
Gerne kann jetzt noch etwas heisse Flüssigleit dazu, eine gute Rinderbrühe beispielsweise. Aber nicht zu viel, wir wollen eine konzentrierte Sosse. Darin das Fleisch nochmal kurz baden lassen, von allen Seiten.
Anschliessend ruht das Fleisch in einer 120 Grad heissen Wärmeschublade, oder im Ofen.
Ich hatte ein sehr grosses Filet, etwa 1200 Gramm, das beliess ich eine knappe Stunde im Ofen.
Nun muss man nur immer wieder die Kerntemperatur überprüfen, und bei 52°C Grad durfte es bei mir raus.
Die Sosse wird durch ein Sieb gegeben, und wer mag, kann sie mit etwas Sahne verfeinern. 
Das Fleisch darf vor dem Anschneiden ein bisschen ruhen.....und ich schneide nie alles auf einmal auf, damit wir das Fleisch warm geniessen können.

Dieses Mal hat das jedoch Lisa übernommen und auch angerichtet....weil ich anrichten und dekorieren und fotografieren dick habe :-D

Die Sosse müsst Ihr Euch denken....die war schneller weg, als die Polizei erlaubt.




Mittwoch, 1. Februar 2017

Menschen am Buffett...eine Studie

Wer mich kennt, weiss, dass ich mit dem hiesigen Winter nichts anfangen kann, und sooft wie möglich in den kalten Monaten der Sonne hinterherreise.
Ich wohne dann gerne in  guten Hotels, und in diesen esse ich mindestens morgens, in Ägypten im Club aber auch ganztags, mit vielen anderen Urlaubern vom Buffett.
Vorweg: Ich bin kein Buffett-Fan. Aus Gründen, zu denen wir teilweise später noch kommen.
Seit Jahren beobachte ich nun also Menschen am Futtertrog, und stelle dabei fest, dass es unterschiedliche Buffett-Typen gibt.
Selbstverständlich sind meine Beobachtungen von einer unabhängigen Universität und einem Forschungsinstitut bestätigt worden. Es handelt sich also keineswegs um das Klischeedenken einer vielreisenden Foodbloggerin. Nur, damit ja keine Missverständnisse aufkommen, oder jemand denkt, ich könnte mir da was ausgedacht haben.

1. Der Drängler 
Einer der Gründe, warum mir persönlich Buffets nicht zusagen, sind die UNMENGEN, die dort zur Verfügung stehen, und zwar in vielen Hotels bis zum bitteren Ende, um dann teilweise ungegessen im Müll zu landen.
Der Drängler hingegen hat Sorge, nicht genug abzubekommen, muss immer mal noch kurz zwei Leute, die mit Fleisch und Sosse hantieren, zur Seite schieben, weil er die Möhrchen vergessen hat. Wortlos natürlich, er hat ja Ellenbogen. Man könnte sich ja blamieren, weil die beiden Sossen-Jonglierer vielleicht nicht die gleiche Sprache sprechen. Von einem gewissen Abstand, den eigentlich jeder vernünftige Mensch gerne hat, um sich mit einem Teller Leckereien zu bewegen, hat er noch nie was gehört oder gehalten. Tuchfühlung ist Standard. Das ist der Typ Mensch, der einem an der Kasse mit dem Einkaufswagen in die Hacke fährt. Der Drängler ist gehetzt und hat auch immer das Falsche ausgewählt und ist notorisch unzufrieden.
Das kann dem nächsten Typus nicht passieren.....

2. Der Gierige
....geht acht Mal zum Buffett, und braucht dann einen Säurebinder und ein bisschen Zuspruch, weil die Hosennaht zwickt. Aber ist halt alles so lecker hier.
Teile meiner engsten Verwandschaft gehören zu diesem Typus, ich kenn mich damit also bestens aus.
Der Gierige gelobt täglich Besserung, und machts am nächsten Tag genauso. Weils eben so lecker ist.

3. Der Kommentator
Diesen Typus finde ich mit am fiesesten. Der Kommentator weiss alles, und zwar besser. Er wüsste auch besser, wie Du Dich zu ernähren hättest, auch wenn er dreimal soviel wiegt wie Du. Und er scheut sich nicht, Dir das mitzuteilen. Und doziert kauend und gabelschwingend über DAS richtige Essen.
Ich wurde mal im Club an einem 8er Tisch, als ich mit meinem Nachtisch (ich LIEBE Nachtisch!!!! Ich verzichte gerne mal auf den einen oder anderen Gang, aber her mit dem Süsskram. Und dieser war fettgebacken. Also der Himmel. Und ich hatte an diesem Tag circa 3 Stunden Yoga hinter mir.....aber ich schweife ab, wo war ich....achja.....Klammer zu ) als ich also mit meinem Nachtisch zurückkam, mich sittsam setzte und mir die Serviette auf den Schoss legte, von meinem mir unbekannten Sitznachbarn angesprochen, wie ich denn gedächte, soviel Nachtisch wieder abzutrainieren.....Gottseidank fiel mir wenigstens ein "was gehts Dich an" ein. Im letzten Urlaub stand ein Mann in Nilpferdgrösse neben mir, und kommentierte meinen Nachtisch ( von dem UNMENGEN auf einem Silbertablett vor uns lagen) mit "jetzt reichts aber". Der Grossteil meines Nachtischs bestand aus Obst....
Ich bin auf Kommentatoren besonders allergisch, und Knigge gibt mir recht, Bemerkungen zur Essensauswahl des Tischnachbarn ist unfein.

4. Der Blockwart
Er weiss, wie man sich wo richtig anstellt. Und guckt jedem auf die Finger, damit auch ja alles richtig gemacht wird. Zeigt einem die Gebäckzange, wenn man das Brötchen mit den Pfötchen nehmen will.
Weicht trotz freundlicher Anfrage keinen Zentimeter, wen er mal am Futtertrog und "dran" ist.
Reicht gerne mal Servietten quer übern Tisch, wenn ein kleines Malheur passiert. Mütter, Krankenschwestern und Stewardessen sind besonders gefährdet, Blockwarte zu werden....
Ich habe grosse Neigungen, einer zu sein, also gebt mir bloss keine Trillerpfeife in die Hand im Gastraum, ich hab nämlich Asthma.

5. Der Hamster

Der Hamster hat einfach alles auf seinen Tellern (Plural!), egal, wieviel er davon dann isst.
Er möchte sämtliche Speisen bei sich auf dem Tisch stehen haben, in grosser Auswahl, und mehr als die Hälfte lässt er dann stehen, ist ja egal, ist ja inklusive. Wenn der Hamster Kinder dabei hat, bemehmen die sich in aller Regel unter aller Sau, und dürfen sich am Zapfhahn soviele Softgetränke wie sie wollen holen, ist ja egal, ist ja inklusive.

6. Der Unentschlossene 

Viele jammern nach einem All-inklusive Urlaub über Gewichtszunahme, weil, siehe Punkt 2.
Der Unentschlossene ist vom Überangebot völlig überfordert, das Anstehen ist ihm eine Last, er mag sich lieber unterhalten, als nochmals den Tisch verlassen, um noch was von dem köstlichen Kalbsfilet....
...ich gehöre zu diesem Typus. Ich laufe dreimal im Kreis, nehme mir dann meist etwas Simples, und steh erst wieder auf, wenns Fettgebackenes zum Nachtisch gibt. Glücklicherweise komme ich aus Buffett Urlauben immer leichter an Körpergewicht heim. Hat was für sich.
Der Unentschlossene nervt aber seine Mitmenschen auch tierisch, weil er viel im Weg steht und guckt. Und falschrum ansteht. Weil er ja nur kurz die Möhrchen....

Alles in Allem ists am Buffett wie im Supermarkt oder im Strassenverkehr. Wenn man es gelassen angeht, ein Kinderspiel.
Ich finde es herrlich, während des Genusses eines Birchermüslis die Menschen zu beobachten.Und mit einem inneren Augenzwinkern den einen oder anderen oder mich selber zu enttarnen.
Findet Ihr Euch auch wieder? ;-)


 

Sonntag, 15. Januar 2017

Wenn Bine "flaumig" schreibt, bin ich eigentlich bereits auf dem Weg zur Küchenmaschine.
Ihren Blog mag ich gerne, ihr Gebäck ist köstlich, und bei den Beschreibungen muss ich immer  kichern, weil sie mit den Schüsseln und den Rührbesen genauso vorgeht wie ich. Immer schön das Eiweiss zuerst schlagen, damit man nicht zig Schüsseln braucht, logitisch und taktisch klug backen.
Ihr Topfengugelhupf ist.......naja....Flaumig halt. Einfach ein Träumchen.
Zum Rezept gehts hier entlang, ich  habs einzueins kopiert und ausnahmsweise mal gar nix geändert.


 Bei uns wurde Marmelade dazu gereicht.....selbergemachte, logo ;-)
Bine, danke.....bis zum nächsten Gebäck ;-)


Donnerstag, 5. Januar 2017

Köstlich cremige Burrata


Na? Feiertage gut überstanden? Lust auf leichte, fleischlose Küche? Ich auch :-)

Burrata ist eine Mozarella Sonderform aus Kuhmilch. Das Wort bedeutet übersetzt "gebuttert", und so sahnig und cremig wie sich das jetzt anhört, ist es auch.
Ich mag sie zu allem, Nudeln, Pizza, Tomaten, pur....oder, wie hier, zu feinem Gemüse.
Hier habe ich Schalotten in Butter angeschwitzt, klein gewürfelte Pastinaken hinzugegeben, sowie Möhrenwürfelchen. Bissfest gegart, das dauert bei so kleinen Stückchen nicht lange. Salzen, pfeffern, fertig.
Übrigens: Wenn Ihr Gemüse geschnitten etwas zuckert, und eine gewisse Zeit stehenlasst, gart diese bereits vor, ohne erhitzt werden zu müssen. Die anschliessende Garzeit verkürzt sich dadurch. 
Währendessen Balsamicoessig mit der gleichen Menge Honig aufkochen, bis er dickflüssig wird.
Das Gemüse mit Ringen als Türmchen aufbrezeln, etwas Kresse garnieren, Sosse dazu, und schlussendlich die Burrata einschneiden....pfeffern und geniessen. Die Burrata ist kalt, das Gemüse lauwarm.....probiert es undbedingt aus!



Montag, 26. Dezember 2016

Was vom Jahre übrig blieb....


....oder auch: Don´t think big, think small.
Ich bin kein Fan von Weihnachten, und Silvester ist mir regelrecht ein Gräuel.
Aber da muss man nunmal durch, was hilfts. Und manchmal tut innehalten und rückblicken ja auch ganz gut.
Den Winter nutze ich, seit die Kinder aus dem Haus sind, um sooft ich kann,  in die Ferne zu schweifen, in der ordentlich die Sonne scheint.

Deswegen hab ich laaaaang nix mehr hören lassen von mir.

Aber ich lebe, ich denke, ich esse.
Und ich wünsche Euch in dieser tageslichtarmen Zeit viel Muße, ein gerüttelt Maß an Ruhe und allem vorweg: Frieden. 
Und zwar in Euch, in Euren Familien, mit Euren Freunden. Wenns im Kleinen klappt, dann muss es eigentlich auch irgendwann wieder im Großen, so Gott will, oder Inshalla, hinhauen.

Rückblickend war 2016 für mich okay. Hatte seine Tiefen, und hatte Höhen.

Wir haben ein paar grossartige Künstler und musikalische Wegbegleiter verloren, Erdogan macht Sachen in der Türkei, und nimmt mir damit eines meiner Lieblingsreiseländer weg, und nach Amerika zieht mich auch nichts mehr. Ich war noch nie dort, und es wird jetzt erstmal nix.

Kulinarisch betrachtet waren der Besuch bei Christian in Rothenburg und bei Lucki im Stoi 
meine absoluten Highlights. Events habe ich selber keine veranstaltet, dafür war ordentlich Theater als meine Tochter beim perfekten Dinner mitgemacht hat.
Ich habe dieses Jahr sehr wenig Fleisch gegessen, dafür über jedes vernünftige Maß heisses Ingwerwasser getrunken, ich habe meinen Marzipankartoffelkonsum eingeschränkt und dafür Neles Pralinen inhaliert, wenn ich die Möglichkeit dazu hatte.
Ich habe gebacken und gekocht, und mich einmal selber ausgelacht, weil ich ein Uwe-Türmchen bauen wollte.....das Rezept verblogge ich noch, für die Optik ist dann ja zum Glück jeder selber verantwortlich.
Fürs neue Jahr wünsche ich uns Allen Gesundheit, und genug Menschverstand, um eventuell im Kleinen die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Und wenns nur mit Hühnerbrühe für den kranken Freund ist.
In diesem Sinne, bis bald, wir sehen uns in der Küche ;-)